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​​D​ie S​timme ​verrät deine Stimmung!

​​​​Die Sprechweise​​ ​(Aussprache, Betonung, Sprechtempo) und der Klang der Stimme (Stimmfarbe, Stimmumfang, Klang) sind deutliche Signale der Körpersprache​. ​Sie sagen ebenso viel über einen Menschen aus​ wie Gestik, Mimik und Haltung. Die menschliche Stimme ist wie ein Fingerabdruck: und somit weltweit einzigartig für jeden Menschen. Auch eineiige Zwillinge unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie reden, weil sich Charakter und Stimmung in der Stimme spiegeln.

​​„Der Ton mach die Musik!​“

Was verrät die Frauenstimme?

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​Atmung und Stimme

​Selbst die Art eines Menschen, zu atmen, wirkt sich auf seine Stimme aus. Hast ​du genug Luft, um den Resonanzraum, in dem ​deine Worte erst entstehen, genügend auszufüllen? Oder bleibt ​dir in aufregenden Situationen die Luft – und damit die Sprache – weg? Falls ​dir letzteres passiert, kannst ​du mit speziellen Atemübungen vorbeugen und ​dir ​deiner Atmung bewusst​werden.

Mehr Luft erhältst ​du durch folgende Übung, ​mit der ​du ​deine Zwerchfellatmung trainierst​​​. Mit ​deiner flachen Hand auf dem Bauch atmest ​du langsam und gleichmäßig tief ein und wieder aus. Konzentriere ​dich ​auf ​deinen Bauch, auf das Gefühl, wie er sich hebt und ​wieder senkt. Die schnellsten und besten Erfolge ​erzielst du, wenn ​du diese Übung mehrmals täglich durchführst. Immer wenn ​du Zeit hast, zum Beispiel im Aufzug​ oder darauf wartest, bis ​dein Kaffee durchgelaufen ist.

​Jeder kennt die unbewusste Wirkung von Stimmen

​Ein Bewusstsein für die eigene Stimme ist Grundlage vieler Berufe wie Imitator, Schauspieler, Synchronsprecher oder Redner. Eine starke Stimme hat eine starke Wirkung auf denjenigen, der sie hört. Unbewusst schließen wir Menschen von der Stimme eines Sprechers auf seine Wesenszüge. In der Filmindustrie ist die Stimme ​besonders wichtig ​für die Charakterdarstellung. Filmhelden haben in der Regel markante Stimmen. Oder könnt Ihr Euch Dwayne ​​„The Rock​“​ Johnson mit ​einer hohen Stimme vorstellen? Bei der Synchronisierung von Filmen werden vor allem bei Nebendarstellern oft Sprecher ausgewählt, deren Stimme am besten zu dem Leinwandcharakter passe​n. ​Auch wenn sie sich krass von der eigentlichen Stimme des Schauspielers unterscheidet. 

​Ist die Stimme wirklich so unverwechselbar?

​Gerade bei Filmen können wir das gut beobachten und wahrnehmen. Wir verbinden die Synchronstimme automatisch mit dem ​eine​n Schauspieler​. Sehen ​oder hören wir diese Stimme oft in Verbindung mit ​diesem einen Schauspieler​, ist die​ Stimme einfach für jenen ​besetzt. Wird ​sie allerdings für weitere Schauspieler verwendet, fällt es ​uns wahrlich schwer dies anzunehmen. ​Es erscheint uns unpassend, gerade wenn es eine Charakterstimme ist. ​Hört selbst hin. Wenn ein bekannter Schauspieler mit individueller Synchronstimme auf einmal eine andere erhält, denkt man einfach das ist nicht der richtige Schauspieler. Zum Beispiel:

​Auch wenn ihr bei Interviews die Originalstimme de​s Schauspielers, in​ seiner ​Muttersprache hört, klingt das fremd und seltsam. Wir sind dann verblüfft, irritiert und denken​ – ne​in, das ist der ​doch gar nicht​. ​Das kann doch gar nicht sein​,​ ​das passt so gar nicht ​zu seiner Person. Somit hat die Person ein zweites Ich, in einer anderen Sprache, bekommen.

​„Die Stimme eines Menschen ist sein zweites Gesicht.​“
Michael Gerard Bauer (Schriftsteller)

Zum ​Teil werden Schauspieler auch von einem Synchronsprecher gesprochen. ​Beispielsweise, die bekannten Stimmen von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Terence Hill und John Travolta​ – um nur einige ​zu nennen.​​Sie erhalten ihre Stimme von ​Synchronsprecher Thomas Danneberg.​​ ​Auch wenn Sylvester Stallone​ und Arnold Schwarzenegger ​in ein und dem selben Film spielen, haben sie d​iesen gleichen Synchronsprecher, der ​beiden Schauspielern ​einen einzig​artigen stimmlichen Charakter verleiht.

​Mehr Attraktivität: Die Stimme trainieren

​Wenn man bewusster entscheiden will, welchen Eindruck man in Gesprächen abgibt, kann die Stimme zum Glück trainiert werden wie ein Muskel. Es sind ​tatsächlich Muskeln, die die Stimmbänder, die Atemmenge und die Form der Resonanzräume (Kehle, Mundhöhle, Nasenraum) formen. Vor allem im englischsprachigen Raum gibt es ​Sprachtherapeuten, die Trainings anbieten, die eigene Stimme zu trainieren, um dadurch attraktiver zu werden. Ein großer Punkt ist es, durch eine souveräne Stimme sein Selbstbewusstsein zu stärken.

​Merkmale einer attraktiven Frauen-Stimme

​Natürlich sind die Geschmäcker hier unterschiedlich, und es gibt viele Männer, die sehr dunkle Stimmen oder piepsige Stimmen sexy finden. Wissenschaftler vom Londoner University College haben eine Studie durchgeführt, welche Frauenstimmen ​Männer denn anziehend finden. Demnach klingen weibliche Stimmen, die eher gehaucht und tendenziell höher als der Durchschnitt sind, besonders attraktiv für Männer. ​Dazu passt die Beobachtung, dass Frauen, die mit einem Mann flirten, ihre Stimmlage unbewusst erhöhen.

Anders ist es bei Frauen und Männern, die mit Ihrem Partner sprechen. Dann reden Frauen nämlich tiefer als normal und Männer erhöhen Ihre Stimme, wahrscheinlich – mutmaßen die Experten – weil sie sich unbewusst an den Partner anpassen wollen.

​Tipps zum Stimme verbessern!

​Zum Schnellanwenden oder täglichem Bewusstmachen, ​hier ein paar Tipps, wie ​du beim Sprechen attraktiv(er) wirkst. Du kannst Sie auch verwenden, um zu überprüfen, ob Deine Stimme vielleicht schon von Natur aus ein Männermagnet ist.

  • ​Sprich langsamer – Lass Dir Zeit und verzichte auf alle Füllwörter, die das, was ​du sagen willst, nur unnötig in die Länge ziehen (z.B. natürlich, eigentlich, sowieso, so ziemlich, fast …). Ohne diesen Ballast, kommst ​du auch viel schneller auf den Punkt und wirst daher besser verstanden.
  • ​Sprich ​„heiser​“ ​– Egal ob Mann oder Frau: Die Stimme klingt attraktiver, wenn ​du langsam und leicht gehaucht sprichst.
  • ​Mach mal Pause – Baue genug Pausen ein. Deine Sprache sollte kein Fließband sein, das vor sich hin rattert. Mach hier mal eine (kurze) Pause, um ​deinen Gesprächspartner anzulächeln, kurz über ​deine nächsten Sätze nachzudenken und – ganz wichtig – Luft zu holen. Nicht zuletzt wirkt das, was ​du eben gesagt hast, in einer Pause auch bei ​deinem Zuhörer nach.
  • ​​Zähne zeigen: Beim Sprechen zu lächeln wirkt sich direkt auf ​deine Stimme aus. Sie wird dann fröhlicher, sympathischer und anziehender. Gerade, wenn ​du vielleicht mal nicht in der Laune bist, ist es wichtig, denn durch das Lächeln steigt ​deine Laune automatisch. Dies kannst ​du gut beim Telefonieren üben.

​​„So wie man hineinruft, so ...​“

Was verrät die Männerstimme?

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​​​​​Welche Männerstimme gefällt den Frauen?

Die Vermutung liegt nahe, dass es bei Männerstimmen genau anders herum ist – dass also tiefe, feste Stimmen bei Frauen besser ankommen. Die Londoner Forscher vermuteten dies, weil sie dachten, dass sowohl Männer als auch Frauen ihre Stimme dem Gegenüber unbewusst angleichen, um attraktiver zu wirken. Sie kamen jedoch zu einem teilweise anderen Ergebnis: Zwar finden Frauen, wie vermutet, tiefe Männerstimmen attraktiv, jedoch bevorzugen sie statt einer festen Stimme ebenfalls einen gehauchten oder leicht kratzigen Klang.

Der Grund ist folgender: Im Laufe ihrer Entwicklung haben die Menschen gelernt, helle Stimmen mit kleinen Körpergrößen zu verbinden und tiefe Stimmen mit großen, potentiell gefährlichen Menschen. Indem sie ihrer Stimme einen gehauchten Ton mitgeben, wollen Männer diesem Eindruck (denn sie haben nun einmal eine dunkle Stimmfarbe) entgegenwirken und unbewusst, schlicht ungefährlicher wirken.

​Vor dem Sprechen kommt das Zuhören

​Willst ​du an ​deiner Stimme arbeiten? Wichtig ist, die Stimme nicht als einzelne Eigenschaft zu sehen. Sie ist ein Teil ​deines Körpers. Daher solltest ​du ihn auch ​einbeziehen, wenn ​du ​deine Stimme verbessern willst. ​Mit diesen kleinen Tricks und Veränderungen, in deiner Körperhaltung, kannst du so ​​deine Stimme beeinflussen​.

  • ​Der erste Schritt ist (wie bei den Frauen): Höre ​dir selber zu. Nimm ​deine Stimme auf – sprich ​dir ​beispielsweise selbst auf die Mailbox – und höre ​die Aufnahme an. Für die meisten Menschen klingt es fremd, die eigene Stimme zu hören. Das ist ​allerdings der erste wichtige Schritt. Nur, wenn ​du weißt, wie ​deine Stimme aktuell klingt, kannst ​du auch etwas an ihr verändern.
  • ​Achte auf eine aufrechte, natürliche Körperhaltung. Deine Lunge erhält so gleich mehr Raum. Dadurch atmest ​du nicht nur freier und hast mehr Luft, sondern wirkst sofort selbstsicherer und sympathischer.
  • ​Trainiere, beim Reden ​dein Gesicht zu entspannen, vor allem ​den Unterkiefer. So kannst ​du die Worte klarer aussprechen. Probier hierzu doch mal diese Übung, die ​du mehrmals täglich, zum Beispiel auch direkt vor einem Vortrag durchführen kannst: Entspanne ​deinen Unterkiefer und klappe ihn übertrieben auf, so weit wie es geht. Öffne und schließe ihn ein paar Mal. Spreche dann ein paar einfache Worte mit so extrem nach unten klappendem Kiefer. Am besten einem Ort wählen, wo ​du für dich ​sein kannst.
  • ​Mit einer ähnlichen Übung findest ​du deine optimale Stimmlage. Neige hierzu den Kopf nach vorne, bis ​das Kinn die Brust berührt und sage laut ​„Aaaah​“. Halte den Ton und hebe ​den Kopf nun langsam an, bis er im Nacken liegt. Beobachte dabei, wie sich ​deine Stimme verändert. War sie am Anfang noch dunkel, ist sie heller und klingt ein wenig verzerrt, wenn ​du nach oben schaust. Jetzt mache das ganze noch einmal – versuche diesmal​ die Stelle zu finden, an der sich ​deine Stimme am angenehmsten anhört. Wenn ​du in die Nähe kommst, pendel ruhig ein bisschen hin und her, bis ​du den genauen Punkt gefunden hast. Diese Kopfhaltung ist nun die, bei der deine Stimme am besten klingt. In der Regel ist das auch die Position, in der ​du deinen Kopf völlig gerade hältst.

​Wie bekommst Du eine attraktive Männerstimme?

​Sprich ruhig, deutlich und mit angemessenem Tempo. ​Vermeide ​deinen Gesprächspartner mit ​punkt- und ​kommalosen Sätzen zu überschwemmen​. ​Oder in ihm den Wunsch zu wecken, ​dir die Worte aus der Nase zu ziehen. Achte darauf, ein bisschen tiefer zu sprechen, als normal und eine ruhige Atmung zu haben​. So kannst du eher vermeiden​, dass ​deine Stimme gepresst oder atemlos wirkt.  

Auch die richtige Sprachmelodie ist wichtig für eine attraktive Stimme, fand die Frankfurter Wissenschaftlerin Vivien Zuta heraus. Wenn ​du findest, dass ​du zu monoton redest, konzentriere ​dich darauf, bewusst mehr Betonungen zu setzen. Du kannst als Übung auch damit experimentieren, Wörter anders zu betonen, als üblich​. ​Also nicht auf der ersten Silbe, sondern mal auf der letzten Silbe zu betonen. Ebenso ​sind nasale Laute, ins Stocken kommen und zu viele Ähs und Öhs No Gos beim Reden. Das wirkt nämlich auf Männer wie auf Frauen äußerst unsexy.